janinebucher
Medizinische Massage

Physiotherapeuten in Ob- und Nidwalden fordern deutlich höhere Tarife

Die Nidwaldner Zeitung berichtet, dass Physiotherapeuten in Ob- und Nidwalden höhere Tarife fordern.

Physiotherapeuten in Ob- und Nidwalden fordern deutlich höhere Tarife

Wer wegen einer Schwellung oder anhaltender Bewegungseinschränkung Physiotherapie braucht, ist auf erreichbare Praxen angewiesen. Die Nidwaldner Zeitung berichtet, dass Physiotherapeuten in Ob- und Nidwalden höhere Tarife fordern. Für Patientinnen und Patienten ist dabei entscheidend: Die Petition verändert die Vergütung nicht unmittelbar; die tatsächlichen Taxpunktwerte müssen erst kantonal festgelegt werden.

Petition fordert höhere Taxpunktwerte

Der Regionalverband Zentralschweiz von Physioswiss hat Petitionen an die Staatskanzleien beider Kantone übergeben. In Obwalden kamen 725 Unterschriften zusammen, in Nidwalden 940. Gefordert wird eine Erhöhung der Taxpunktwerte für physiotherapeutische Leistungen um mindestens 30 Prozent.

Physioswiss begründet die Forderung laut Bericht damit, dass Praxen ihre Betriebskosten decken, angemessene Löhne bezahlen und die wohnortnahe Versorgung langfristig sichern können sollen. Die Petition richtet sich an die Gesundheitsdirektionen der beiden Kantone. Sie ist damit ein politischer Vorstoss, noch kein Beschluss über neue Tarife.

Was die Forderung für Patientinnen und Patienten bedeutet

Die künftige Vergütung der Physiotherapie wird derzeit neu geregelt. Physioswiss hat im April 2026 gemeinsam mit weiteren Tarifpartnern eine neue Tarifstruktur eingereicht, die Leistungen künftig differenzierter abbilden soll. Für die tatsächliche Vergütung sind jedoch auch die Taxpunktwerte ausschlaggebend. Über diese wird in kantonalen Festsetzungsverfahren entschieden.

Für Menschen in Behandlung heißt das: Aus der Petition lässt sich noch keine konkrete Änderung bei den Kosten oder beim Zugang zu einer Therapie ableiten. Wer Fragen zur eigenen Behandlung oder Abrechnung hat, sollte sich an die Praxis und die zuständige Versicherung wenden und die konkrete Leistung sowie die geltenden Abrechnungsbedingungen prüfen.

Die Forderung ist Teil einer nationalen Kampagne des Berufsverbands. Laut dem Bericht wurden in allen 26 Kantonen Petitionen lanciert; schweizweit seien mehr als 127’000 Unterschriften zusammengekommen. Obwalden und Nidwalden stehen nun vor den weiteren kantonalen Entscheidungen, von denen abhängt, ob und wie sich die Tarife verändern.