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Medizinische Massage

Physiotherapie in der Schweiz: Warum Praxen 30 Prozent höhere Tarife fordern

Wenn Physiotherapiepraxen über steigende Kosten und Löhne sprechen, fragen sich viele Patientinnen und Patienten zuerst, ob sich dadurch ihre Behandlung verändert.

Physiotherapie in der Schweiz: Warum Praxen 30 Prozent höhere Tarife fordern

Nach Angaben von Nau.ch hat der Schweizer Verband Physioswiss 112’000 Unterschriften für höhere Tarife gesammelt und 26 kantonale Petitionen an die Behörden übergeben. Gefordert wird eine Erhöhung um mindestens 30 Prozent, damit Praxen ihren Betrieb finanzieren und faire Löhne bezahlen können.

Forderung an die Kantone

Die Unterschriftensammlung endete am 30. September. Die Übergabe der Petitionen an die kantonalen Behörden sollte im Oktober erfolgen; in Neuenburg und Zug war sie laut den Berichten bereits erfolgt. Im Zentrum steht die Höhe der kantonalen Taxpunktwerte. Über diese Werte wird mitbestimmt, wie physiotherapeutische Leistungen vergütet werden.

Physioswiss begründet die Forderung mit der wirtschaftlichen Lage der Praxen und der Sicherung einer wohnortnahen Versorgung. Ob die Kantone die verlangte Erhöhung übernehmen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Für Patientinnen und Patienten ist deshalb zunächst offen, ob und wann sich daraus Änderungen bei Tarifen oder Angeboten ergeben.

Was sich für Behandlungen ableiten lässt

Die Petition betrifft die Vergütung physiotherapeutischer Leistungen. Sie belegt für sich genommen weder eine unmittelbar bevorstehende Preiserhöhung für einzelne Patientinnen und Patienten noch eine Änderung ihrer Behandlung. Wer eine Therapie plant, sollte deshalb die konkrete Kostenübernahme und allfällige Selbstbeteiligungen direkt mit der Praxis oder der zuständigen Versicherung klären.

Auch bei medizinischer Massage lohnt sich eine genaue Prüfung der Abrechnung: Entscheidend ist, welche Leistung erbracht wird und unter welchen Bedingungen sie vergütet wird. Die politische Debatte um Physiotherapietarife ist ein Hinweis auf den finanziellen Druck im Praxisbetrieb, aber keine Aussage über die Kosten einer einzelnen Massagebehandlung.

Neue Tarifstruktur ab 2027

Hintergrund ist eine breitere Auseinandersetzung über die Abrechnung physiotherapeutischer Leistungen. Laut Plattform J reichten die Tarifpartner im April 2026 eine neue Tarifstruktur beim Bundesamt für Gesundheit ein. Das Modell soll ab 2027 gelten und Leistungen in Fünf-Minuten-Schritten abrechnen. Die aktuellen Petitionen zielen laut Bericht jedoch auf die Festsetzung der kantonalen Taxpunktwerte.

Für die Versorgung wird damit wichtig, wie die Kantone auf die Forderung reagieren und welche Vergütung künftig gilt. Bis dahin sollten Patientinnen und Patienten bei konkreten Fragen zu Kosten oder Leistungsumfang den individuellen Behandlungs- und Abrechnungsrahmen erfragen.