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Medizinische Massage

Lymphödeme nach Krebstherapie erkennen und behandeln

Wie das Saint Peter's Health and Wellness Center im US-Bundesstaat New Jersey berichtet, kommen viele meiner Patientinnen Monate nach einer Brustkrebsbehandlung mit demselben Bild in die Praxis: ein…

Lymphödeme nach Krebstherapie erkennen und behandeln

Wie das Saint Peter's Health and Wellness Center im US-Bundesstaat New Jersey berichtet, kommen viele meiner Patientinnen Monate nach einer Brustkrebsbehandlung mit demselben Bild in die Praxis: ein Schweregefühl im Arm, eine Brustseite, die sich verändert anfühlt, eine Armbanduhr oder ein Ring, der plötzlich nicht mehr passt. Genau dieses Frühzeichen ist nach Einschätzung des Zentrums typisch für ein Lymphödem, eine chronische Ansammlung von eiweißreicher Gewebsflüssigkeit im Unterhautgewebe, die nach Entfernung von Lymphknoten oder nach Schädigung der Lymphbahnen durch eine Strahlentherapie entstehen kann.

Was im Gewebe passiert

Lymphflüssigkeit ist kein Abfallprodukt, sondern ein nährstoffreiches Transportmedium, das im Interzellularraum zwischen den Zellen zirkuliert und Stoffwechselprodukte abtransportiert. Fällt ein Abschnitt dieses feinen Leitungssystems aus, staut sich die Flüssigkeit, vergleichbar mit einem Gartenschlauch, dessen Querschnitt verengt wurde: Der Druck hinter der Engstelle steigt, das Gewebe gibt nach. Anfangs ist die Schwellung weich und am Abend stärker als morgens, mit der Zeit können sich Haut und Unterhaut verhärten, Spannungsschmerzen oder ein Taubheitsgefühl kommen hinzu. Je nach Behandlungsregion sind Arm, Brust und Brustwand betroffen, doch auch Bein, Kopf oder Genitalbereich können anschwellen. Das Zentrum weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Lymphödem sowohl während der Therapie als auch noch Jahre später auftreten kann, weshalb eine kontinuierliche Beobachtung so entscheidend ist.

Die Bausteine der Therapie

Im Mittelpunkt steht am Saint Peter's Health and Wellness Center die Complete Decongestive Therapy, kurz CDT, ein mehrgliedriges Programm aus manueller Lymphdrainage, Kompressionsbandagierung, Hautpflege und therapeutischem Training. Die manuellen Griffe sind keine Massage im klassischen Sinn, sondern gezielte, sanfte Bewegungen, die das Lymphsystem in intakte Bahnen umleiten. Ergänzend kommen Techniken wie Narbenmobilisation und myofasziale Grifftechniken zum Einsatz, um verklebtes Gewebe nach Operation oder Bestrahlung zu lösen. Eine niedrig dosierte Lasertherapie kann nach Angaben des Zentrums fibrotisches Narbengewebe weicher machen und Schmerzen reduzieren, etwa bei sogenanntem Lymphatic Cording, diesen strangartigen Verhärtungen entlang des Arms. Kompressionsstrümpfe werden individuell angemessen, und ein angepasstes Übungsprogramm stärkt Muskelpumpe, Ausdauer und Haltung.

Was Sie selbst im Blick behalten können

Eine Krebsbehandlung mit Lymphknotenentfernung oder Strahlentherapie hinterlässt Spuren, die nicht immer sofort sichtbar sind. Achten Sie auf kleine Veränderungen im Alltag: einen Ring, der nicht mehr vom Finger will, eine Uhr, die einschneidet, einen Schuh, der plötzlich enger sitzt, ein dumpfes Schweregefühl am Abend. Solche Hinweise ernst zu nehmen und zeitnah lymphologisch abklären zu lassen, verschafft die Möglichkeit, früh gegenzusteuern, solange das Gewebe noch weich und der Therapieaufwand entsprechend geringer ist.