janinebucher
Medizinische Massage

Warum medizinische Massage ein reiner Gesundheitsberuf ist

Wie Tribune Online berichtet, betont die Psychologin und Massage-Therapeutin Atilola Sandra Igbanibo, Gründerin von Atispa Services, in einem Interview, dass Massage-Therapie dem Wohlbefinden dient…

Warum medizinische Massage ein reiner Gesundheitsberuf ist

Wenn Patientinnen und Patienten zum ersten Mal einen Termin für medizinische Massage vereinbaren, höre ich in meiner Praxis oft dieselbe Frage: Ist das hier wirklich therapeutisch, oder erwartet mich hier etwas anderes? Die Verunsicherung ist verständlich, denn der Begriff Massage wird in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht, von der klinischen Manuellen Therapie bis zu Angeboten, die mit dem therapeutischen Selbstverständnis wenig gemeinsam haben. Umso wichtiger ist es, dass Fachleute sich öffentlich klar positionieren. Wie Tribune Online berichtet, betont die Psychologin und Massage-Therapeutin Atilola Sandra Igbanibo, Gründerin von Atispa Services, in einem Interview, dass Massage-Therapie dem Wohlbefinden dient und nicht von Natur aus etwas Sexuelles oder Unmoralisches an sich trägt.

Was eine seriöse therapeutische Massage ausmacht

Im Gespräch schildert Igbanibo, dass sie mit Entspannungsmassage, klassischer schwedischer Massage und Deep-Tissue-Techniken arbeitet. Sie kombiniert die manuelle Behandlung mit Hinweisen zu Bewegung, Dehnung, Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und Ruhe, betont aber gleichzeitig ihre fachlichen Grenzen. Medizinische Diäten oder Trainingsprogramme im Sinne einer physiotherapeutischen Verordnung gehören nicht zu ihrem Angebot. Bei muskuloskeletalen Beschwerden verweist sie an die entsprechende klinische Fachperson. Diese Haltung entspricht dem, was auch meine Arbeit prägt: Die Hände am Gewebe arbeiten mit Druck, Zug und Rhythmus, die diagnostische und behandlungsplanerische Verantwortung bleibt jedoch bei der Ärztin, beim Arzt oder bei der Physiotherapeutin.

Warum diese Abgrenzung für Sie wichtig ist

Viele meiner Patientinnen und Patienten kommen nach Operationen zu mir, mit dem Gefühl schwerer Beine, mit Schwellungen oder mit chronischen Verspannungen. Sie fragen sich, ob therapeutische Massage überhaupt erlaubt ist, was genau am Behandlungstisch geschieht und wo die fachlichen Grenzen liegen. Eine seriöse medizinische Massage arbeitet mit dosiertem Druck, mit rhythmischen Gewebebewegungen und mit dem Wissen darum, wie Lymphflüssigkeit und interstitielle Flüssigkeit auf mechanische Reize reagieren. Sie zielt darauf, den Parasympathikus zu aktivieren, das Gewebe zu entlasten und die körpereigene Regulation zu unterstützen. Was dabei nicht stattfindet, ist jede Form von Grenzüberschreitung. Diese Klarheit ist nicht selbstverständlich, denn aus dem Massagebereich werden Vorfälle berichtet, bei denen einzelne Anbieter das Vertrauen der Patienten missbrauchen, so etwa Meldungen über Strafverfahren gegen einen Massage-Therapeuten in Calgary.

Worauf Sie bei der Wahl Ihrer Praxis achten können

Bevor Sie einen Termin vereinbaren, lohnt sich ein Blick auf drei Punkte. Erstens: Welche Techniken werden angeboten, und sind diese benannt und nachvollziehbar beschrieben? Zweitens: Wird vor der ersten Behandlung eine ausführliche Anamnese erhoben, die nach Vorerkrankungen, Operationen, Medikamenten und aktuellen Beschwerden fragt? Drittens: Spricht die Therapeutin offen über ihre Ausbildung und darüber, wann sie eine Behandlung an ärztliche oder physiotherapeutische Kolleginnen und Kollegen abgeben würde? Diese drei Punkte helfen Ihnen, eine Praxis zu erkennen, die Massage als das behandelt, was sie im therapeutischen Kontext ist, eine fachlich fundierte Maßnahme für Ihr körperliches Wohlbefinden.