Sportneurologie: Wie interdisziplinäre Ansätze die moderne Rehabilitation prägen
Die Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln hat zu einem Fachsymposium geladen, das evidenzbasierte Bewegungstherapie, Rehabilitation und Schmerzprävention in den Mittelpunkt rückt.

Wenn Neurologie, Sportmedizin und Physiotherapie an einen Tisch rücken
Was zunächst wie ein rein wissenschaftliches Format klingt, hat für meine Patientinnen und Patienten ganz konkrete Bedeutung: Wenn Spezialisten aus Sportmedizin, Physiotherapie und Neurologie gemeinsam über funktionelle Erholung nach Gewebe- und Nervenverletzungen sprechen, fließen diese Erkenntnisse früher oder später in die Behandlung am Therapiestuhl.
Was bedeutet das für die Praxis am Behandlungstisch?
In der Manuellen Lymphdrainage und in der klinischen Massage arbeite ich täglich mit Gewebe, das nach Operationen, Verletzungen oder bei chronischen Schmerzzuständen neu anspringen muss. Genau hier setzt die Diskussion aus Köln an. Es geht um die Frage, wie Nerven und Gewebe nach einer Schädigung wieder in ein funktionierendes Zusammenspiel finden, also wie Lymphfluss, Spannung und Durchblutung so angeregt werden, dass der Körper sich nicht nur beruhigt, sondern auch tatsächlich regeneriert. Für Sie bedeutet das: Jede Griffeinheit, die ich anwende, ist Teil eines größeren Behandlungskonzepts, das in der Forschung gerade neu kalibriert wird.
Schmerz verstehen, behandeln, vernetzen
Parallel fand am 9. und 10. Oktober 2026 der Bundeskongress Physiotherapie in Augsburg statt, getragen von Physio Deutschland, mit dem Leitthema «Schmerz verstehen – behandeln – vernetzen». Im Mittelpunkt standen neue funktionelle Behandlungsansätze bei muskuloskelettalen Schmerzsyndromen sowie die interdisziplinäre Schmerztherapie in der Praxis. Viele meiner Patientinnen und Patientinnen kommen mit genau diesen Beschwerden in die Praxis, etwa mit Schweregefühl in den Beinen, mit Schwellungen, die sich nach einer OP einfach nicht zurückbilden wollen, oder mit einem ständigen Druckgefühl im Gewebe, das bei jeder Bewegung spürbar wird. Dass die Fachwelt Schmerz nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Zusammenspiel aus Gewebe, Nervensystem und parasympathischer Regulation, deckt sich mit dem, was ich täglich am Behandlungstisch beobachte.
Worauf Sie in der eigenen Therapie achten können
Wenn Sie eine manuelle lymphdrainage oder eine klinische Massage in Anspruch nehmen, lohnt sich der Blick auf das Gesamtbild. Fragen Sie ruhig nach, wie Ihre Behandlung in ein rehabilitatives Konzept eingebettet ist, ob also Bewegungstherapie, ärztliche Begleitung und manuelle Techniken ineinandergreifen. Vieles von dem, was in Köln und Augsburg diskutiert wurde, bestätigt, was die gute therapeutische Praxis seit langem lebt: Schmerz entsteht im Gewebe, aber er wird auch im Nervensystem und in der Wahrnehmung verarbeitet. Die Lösung liegt deshalb selten in einer einzelnen Technik, sondern im Zusammenspiel mehrerer Hände und Disziplinen. Genau dieses vernetzte Denken bringe ich in jede Sitzung mit, und es ist ermutigend zu sehen, dass die Fachwelt auf großen Kongressen in dieselbe Richtung arbeitet.